„Der kann schreiben wie kaum jemand und in diesem Buch zeigt er wieder, was für ein kraftvoller Erzähler er ist, was für eine poetische Sprache er hat. … Es ist für mich das wichtigste und herzzerreißende Buch des Herbstes.“ – Elke Heidenreich, Spiegel Online
„Das ‚Heimatbuch eines Heimatlosen‘, eine Reflexion über Fremdsein und die Wohltat der Trennung, übersetzt: ein Buch über Deutschland.“ – Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung
Als wir Schwäne waren, das ist ein Buch über Bochum – und kommt in Bochum auf die Bühne. Das prt zeigt die Uraufführung dieses wichtigen und beeindruckenden Romans von Behzad Karim Khani in der Regie von Antigone Akgün.
Als wir Schwäne waren, das ist ein Buch über das Aufwachsen und Erwachsenwerden, über das Bochum und die Hustadt, damals in den 90er Jahren, als die Siedlung hinter der Ruhr-Universität ein sozialer Brennpunkt war. Personen aus über 50 Nationen leben hier, viele in prekären Verhältnissen. Der Roman erzählt leise, poetisch und nachdenklich vom Leben und Überleben in Bochum und dem Traum von einem anderen Leben.
Behzad Karim Khani kam 1986 mit seinen Eltern aus dem Iran nach Bochum in diese Siedlung. Seine Eltern sind Intellektuelle, Künstler und so erlebt er eine mehrfache Fremdheit: die Fremdheit in einem anderen Land, einer anderen Sprache und Kultur zu sein und dort als „Ausländer“ degradiert zu werden, aber auch die Fremdheit einer anderen Klasse, einem anderen sozialem Milieu gegenüber.
In der Regie von Antigone Akgün kommt der Roman als Dialog zwischen dem Erzähler und der Stadt auf die Bühne. Die Stadt, das ist ein Sprechchor von Jugendlichen aus der Hustadt. Sie, die heute dort leben, ergreifen das Wort und bringen wie in der griechischen Tragödie die Stadt zum Sprechen.
Behzad Karim Khani wurde 1977 in Teheran geboren und wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Er war noch keine zehn Jahre alt, als er mit seinen Eltern nach Deutschland kam und sie sich im Ruhrgebiet niederließen. Er studierte Kunstgeschichte und Medienwissenschaften an der Ruhruniversität Bochum. Seit 2003 lebt er in Berlin-Kreuzberg, wo er von 2012 bis 2022 die Lugosi-Bar betrieb. Sein Debütroman „Hund, Wolf, Schakal“ erschien 2022 und wurde im Gorki Theater Berlin uraufgeführt.
Antigone Akgün arbeitet als Regisseurin, Autorin, Performerin und Dramaturgin an deutschsprachigen Stadt- und Staatstheatern, wie auch in der freien Szene. Nach einer Schauspielausbildung in Griechenland studierte sie Theater-, Film und Medienwissenschaften, Griechische Philologie, Klassische Archäologie und Philosophie in Frankfurt sowie Dramaturgie (MA) an der Hessischen Theaterakademie. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit der Überschreibung kanonischer Literatur und versucht, Multiperspektivität hör- und sichtbar zu machen. 2021 war sie mit ihrem Debütstück „Das Erste Festmahl“, welches die Erlebniswelt nicht-normativer Frauenkörper beleuchtet, nominiert für das Hans-Gratzer-Stipendium am Schauspielhaus Wien. Im gleichen Jahr begann sie als Autorin ihre Zusammenarbeit mit dem Stadtensemble des Nationaltheaters Mannheim. 2022 inszenierte sie als Regie-Debüt am Theater Bremen Bertolt Brechts Stückfragment „Der Brotladen“ und wurde damit zum Brechtfestival 2023 eingeladen. Außerdem ist sie dem Kinder- und Jugendtheater sehr verbunden – seit 2018 ist sie Jurorin beim Theatertreffen der Jugend und hat 2022/2023 als Kuratorin das AUGENBLICK MAL!-Festival begleitet. Im Januar 2025 inszenierte sie am Theater Aachen „Unser Deutschlandmärchen“ von Dinçer Güçyeter.
Gefördert durch den Kemnader Kreis.