Fidena 2026: Horizons of Hope

www.fidena.de

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Das Festival FIDENA wird alle zwei Jahre im Frühjahr veranstaltet und dauert zwischen sieben und zehn Tagen. Seit 1958 holt es außergewöhnliche Produktionen aus aller Welt ins Ruhrgebiet.
Hier treffen renommierte Künstler:innen auf aufstrebende Stimmen, filigrane poetische Arbeiten auf große experimentelle Formate.
Das Festival macht sichtbar, wie facettenreich das Figuren- und Objekttheater ist: politisch, humorvoll und bewegend zugleich – und warum es seit Generationen Menschen begeistert. Da die Fidena über keine eigene Spielstätte verfügt, arbeitet sie mit zahlreichen Theatern zusammen, die als Gastgeber:innen fungieren, darunter in diesem Jahr auch das prt.

15.05.
Vis–à–vis(a)
Cat Smits Company & Centre National d’Art de la Marionette (NL/TN)
Alter: ab 12 Jahren
Sprache: Englisch und Arabisch (mit englischen Übertiteln)

Von der Herkunft hängt ab, wie frei sich ein Mensch bewegen darf. In Vis-à-Vis(a) begegnen sich der niederländische Puppenspieler Koen und sein tunesischer Freund Saber. Beide träumen von einem gemeinsamen Theaterstück in den Niederlanden. Doch während Koen frei reisen kann, wird Sabers Vorhaben zur nervenaufreibenden Prüfung: Gebühren, Nachweise, lange Wartezeiten und Entscheidungen, deren Kriterien undurchsichtig wirken.
Diese internationale Koproduktion der niederländischen Cat Smits Company und des Centre National d’Art de la Marionnette in Tunesien erzählt von Freundschaft und Hoffnung – und von einem System, das Bewegungsfreiheit ungleich verteilt. Basierend auf Recherchen zur tunesischen Visapraxis durch die Wissenschaftlerin Yentl de Lange fragt das Stück, warum ein Dokument darüber entscheidet, wer reisen darf – und wer nicht.

16.05.
Logistik zwischen Kunst & Wissenschaft
Impulsvorträge und Tischgespräche
Sprache: Englisch und Deutsch
Kostenlos

Wer bewegt was und wen? Vier Perspektiven – zwei aus der Kunst, zwei aus der Wissenschaft – nähern sich dem Thema Logistik auf unterschiedliche Weise: In kurzen Impulsvorträgen stellen der Regisseur Tin Grabnar und das KMZ Kollektiv ihre performativen Auseinandersetzungen mit globalen Infrastrukturen, prekären Arbeitsverhältnissen und den damit zusammenhängenden kolonialen Kontinuitäten vor. Die Medienwissenschaftlerin Julia Bee und die Migrationsforscherin Yentl de Lange geben Einblicke in ihre theoretische Arbeit – über Mobilität, Plattformkonzerne und Grenzregime. Die unterschiedlichen Ansätze zeigen auf, wie sehr unsere Gegenwart von machtvollen logistischen Prozessen durchzogen ist, die sich unserer alltäglichen Wahrnehmung entziehen.
Mit dieser Diskursveranstaltung macht das Fidena Festival genau darauf aufmerksam und bringt Wissenschaft und Kunst in einen Dialog. Das Publikum ist eingeladen, zuzuhören, mitzudenken, und eigene Erfahrungen zum Thema beizusteuern, die in moderierten Tischgesprächen vertieft werden.

Stücke von Tin Grabnar und vom KMZ Kollektiv sind vom 14. bis 17. Mai im benachbarten Theaterrevier zu sehen.

16.05.
Horizons of Hope
Vortrag und Diskussion übers Gemeinschaffen mit Stavros Stavrides (Athen)
Sprache: Englisch
Kostenlos

Commoning ist kollektive Improvisation. Es geht weder um Einzelinteressen noch um ausgetretene Pfade, sondern um Zusammenarbeit und Erfindungsreichtum. Der Architekt und Aktivist Stavros Stavrides erzählt Erfolgsgeschichten des Gemeinschaffens, die er in den Städten, Randgebieten und informellen Räumen des globalen Südens gesammelt hat. Gleichzeitig fragt er: Wie können wir Commoning in (nordwest-)europäischen, privilegierteren Kontext neu denken, ohne die prekären Ursprünge zu missachten? Mit Weitblick und lokaler Expertise zeigt Stavros Stavrides, wie Gemeinschaffen ein Leben ohne Herrschaft und Ausbeutung vorstellbar und Gleichheit zu einer ganz konkreten Erfahrung macht.

Das Fidena Festival 2026 macht mit dem Fokus Commons & Commoning Platz für Erfahrungen, Handlungsformen und Denkweisen, die von der Grundidee tiefgreifender Verbundenheit ausgehen und im Gemeinschaffen einen konkreten Horizont der Hoffnung sehen.

17. und 18.05.
Little Things
Kirsten Möller & Bunny Vellocet (DE)
Alter: ab 16 Jahren
Sprache: Englisch

Vor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxie, bevor KI überhaupt Thema war. Alte Küchengeräte auf einer menschenleeren Bühne. Summen, Brummen, Surren, Knacken. Toaster, Mixer und Kühlschrank tauschen sich aus, vernetzen sich, proben den Cyber-Aufstand und infizieren den Theaterraum. Die kleinen Dinge laden ein zum Konzert und zeigen, was sie unter einer Sprache der Zukunft verstehen.
Kirsten Möller studierte Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft in Siegen und Theaterwissenschaft in Bochum. Sie arbeitet als Dramaturgin, Produktionsleitung und Wissenschaftlerin und als Mitglied des Kollektivs Anna Kpok. Bunny Vellocet ist Bühnenbildner:in und Videokünstler:in. In ihrer ersten gemeinsamen Arbeit bringen sie (animatronische) Objekte zum Sprechen und Klingen.

Das Fidena Festival und seine Sonderformate werden gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Stadt Bochum, die LWL-Kulturstiftung, das NRW KULTURsekretariat, die Stiftung der Sparkasse Bochum, unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder, mit freundlicher Unterstützung des Institut français und des französischen Ministeriums für Kultur, unterstützt von der Vertretung der Regierung von Québec in Berlin, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Stiftung Zollverein, die Stadt Herne, die Alfred und Cläre Pott-Stiftung, den Kemnader Kreis, den Fonds Soziokultur mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste.

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